Adobe Illustrator – Grundlagen – Monitor kalibrieren und Farbmanagement einrichten

Tutorials 22. März 2012 – 0 Kommentare

Eine Kalibrierung des Monitors sowie ein vernünftig eingerichtetes Farbmanagement sorgen dafür, dass der spätere Ausdruck fast annähernd so aussieht wie vorher auf dem Bildschirm angezeigt. Da auch unterschiedliche Papierarten usw. Einfluss auf die Farben haben, ist es zwingend notwendig, den Monitor darauf per Farbmanagement abzustimmen, weil sonst der spätere Ausdruck unerwartet anders aussehen kann. In diesem Tutorial wird gezeigt, wie der Monitor kalibriert und in der Creative Suite mit Farbprofilen umgegangen wird und wie diese für den jeweiligen Zweck konfiguriert werden.

Monitor mit Adobe Gamma kalibrieren

Es ist empfehlenswert, bevor überhaupt mit der Erstellung von Illustrationen begonnen wird, den Monitor zu kalibrieren. Der Monitor sollte dazu ca. 30 – 45 Minuten laufen, bevor mit der Kalibrierung angefangen wird. Auch die Tageszeit bzw. das Wetter spielt dabei eine Rolle. Es sollte Mitte des Tages mit dem Kalibrieren angefangen werden, weil da das Tageslicht relativ neutral wirkt.

Zur Kalibrierung bietet Adobe ein kleines Programm namens Adobe Gamma. Dieses Programm wird jedoch nicht standardmäßig aktiviert. Es muss unter C:Program FilesCommon FilesControl PanelsAdobe Gamma.cpl nach C:WindowsSystem32 kopiert werden, damit es in der Systemsteuerung eingefügt wird.

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Sollte es nicht im angegebenen Verzeichnis zu finden sein, ist es aber bei älteren Photoshop-Versionen mit dabei und kann davon entnommen werden. Auch ist es möglich, diese Datei im Internet herunterzuladen. Dazu einfach nach Adobe Gamma suchen.

 

Adobe Gamma unterstützt aber nur die Kalibrierung eines einzelnen Bildschirms. Sollte auch der 2. kalibriert werden, empfiehlt sich die Benutzung des Microsoft Color Control Panel Applets http://www.microsoft.com/downloads/details.aspx?familyid=1E33DCA0-7721-43CA-9174-7F8D429FBB9E&displaylang=en, das jedoch nur bis Windows XP funktioniert.

Danach ist es sinnvoll, entsprechende Testbilder zu laden. Meine Empfehlung: http://www.photoindustrie-verband.de/archiv/druckparser.php?pars=dq.htm. Wenn Adobe Gamma das erste Mal gestartet wird, sollte man die Option Schrittweise (Assistent) auswählen.

 

Habe ich schon mal ein Profil gespeichert und möchte dieses bearbeiten, habe ich jetzt die Möglichkeit, dieses zu laden. Aufgepasst: Die Adobe Gamma-Empfehlung bezieht sich auf Röhrenmonitore!

In diesem Schritt können die RGB-Werte verändert werden. Je weiter der Regler nach rechts geschoben wird, desto mehr Farbe wird für den einzelnen Farbkanal beim Monitor ausgestrahlt.

 

Beim Kalibrieren sollte aufgepasst werden, dass alle unteren schwarzen und weißen Kästchen gerade noch zu sehen sind: http://www.photoindustrie-verband.de/img/dq/DQ-Tool Monitor.jpg

 

Ganz wichtig am Ende: Niemals das Windows Standard Profil überschreiben. Immer einen neuen Namen vergeben. Das neue Profil kann in der Systemsteuerung unter Farbverwaltung aufgerufen werden.

 

Im Register Geräte befindet sich jetzt mein neu angelegtes Farbprofil.

 

Für alle, die den Monitor noch genauer kalibrieren wollen, empfehle ich das Gerät Spyder3. Allerdings muss man schon bereit sein, dafür über 200 Euro hinzublättern.

 

Farbmanagement in der Adobe Bridge einrichten

Adobe hat in Illustrator, Photoshop und InDesign eine gemeinsame Farbmanagement-Architektur mit gleichen Einstellungen programmiert. Außerdem hat man ab sofort die Möglichkeit, dass sich diese Anwendungen synchronisieren und so mit gleichen Bildschirmfarben gearbeitet werden kann. So ist ein reibungsloses Arbeiten mit unterschiedlichen Programmen gewährleistet. Um das Farbmanagement programmübergreifend einzurichten, gehe ich zunächst in die Adobe Bridge. Darin öffne ich das Menü>Bearbeiten>Creative Suite-Farbeinstellungen.

 

Hier findet man eine Auflistung aller Farbeinstellungsdateien, die Adobe mitgeliefert hat. Jetzt reicht ein Klick auf eine der Einstellungen und dann auf den Button Anwenden, damit die Einstellung für alle Anwendungen übernommen und synchronisiert wird.

 

Um in Illustrator die Farbeinstellungen anzupassen, klicke ich auf Menü>Bearbeiten>Farbeinstellungen.

 

Ich kann mir die einzelnen Optionen jetzt erklären lassen, indem ich die Maus darüberfahre und unten einen kleinen Beschreibungstext durchlese.

 

Synchronisierung: Das Symbol oben links zeigt mir, ob die Farbeinstellungen in den anderen Adobe Programmen wie Photoshop oder InDesign gleich sind. Ist das nicht der Fall, ist das Symbol kein geschlossener Kreis.

 

Einstellungen: Hier wähle ich eine der von Adobe mitgelieferten und empfohlenen Einstellungen aus. Habe ich wenig Erfahrung damit, sollte ich hier nichts ändern.

 

Sollte man wenig Erfahrungen mit dem Farbmanagement haben, empfiehlt sich die Einstellung Adobe Illustrator 6.0 emulieren. Dabei wird kein Farbprofil in den Dokumenten eingebettet. Ganz deaktiviert ist das Farbmanagement dann trotzdem nicht.

 

Arbeitsfarbräume: Hier wähle ich je nach Einsatzgebiet folgenden Arbeitsfarbraum aus: Für den Druck wähle ich bei RGB einen möglichst großen Arbeitsfarbraum aus. Meistens empfiehlt sich da die Einstellung AdobeRGB (1998). Möchte ich für das Internet Illustrationen erstellen, empfiehlt Adobe das SRGB IEC61966-2.1.

 

Alle diese Empfehlungen werden automatisch eingetragen, sobald ganz oben unter Einstellungen Europa Web/Internet oder Europa Druckvorstufe 2 gewählt wird.

Noch mehr Details zum Farbmanagement usw. gibt es z. B. unter http://cleverprinting.de, die kostenlos eine PDF-Datei mit diversen Workshops anbieten. Dieses Magazin hatten wir auch in der Vergangenheit schon in unseren News empfohlen.

 

Farbmanagement-Richtlinien: Hier habe ich die Möglichkeit, Einstellungen vorzunehmen, wie Illustrator reagieren soll, sobald ich eine Datei öffne.

Folgende Optionen bietet mir Illustrator:

Aus: Mit dieser Auswahl wird das eingebettete Profil gelöscht. Als Arbeitsfarbraum wird der aktuell ausgewählte benutzt. Bei der Einstellung Aus kann es beim Druck zu Farbunterschieden gegenüber der Monitordarstellung kommen. Auch wenn man Webseiten damit erstellt, ist ein schlecht kalibrierter Monitor nicht vom Vorteil, weil alle anderen Besucher der Webseite die Farben dann anders dargestellt sehen.


Eingebettete Profile beibehalten: Wie der Name es schon sagt, wird das Profil, welches der Ersteller des Dokumentes eingebettet hat, beibehalten.

In Arbeitsfarbraum umwandeln: Hier wird das eingebettete Farbprofil mit dem aktiven Arbeitsfarbraum des Computers überschrieben und Farben entsprechend konvertiert.

Werte beibehalten (verknüpfte Profile ignorieren): Bei dieser Einstellung, die nur für CMYK zur Verfügung steht, werden die Farben nicht konvertiert, falls eine Datei mit abweichendem Farbprofil geöffnet wird. So wird eine CMYK-zu-CMYK-Umwandlung verhindert.

Habe ich eine Illustratordatei von einem Kollegen erhalten, kann ich durch das enthaltende Farbprofil feststellen, ob die Datei für den Druck oder Web usw. vorgesehen ist. Bei einem abweichenden Farbprofil empfehle ich, dieses erst einmal beizubehalten. Ich kann es jederzeit unter Menü>Bearbeiten>Profil zuweisen noch ändern.
Konvertierungsoptionen

Unter Modul können zwei verschiedene Konvertierungsoptionen ausgewählt werden: Adobe (ACE) und Microsoft ICM. Standardmäßig ist das Adobe (ACE) Color Management-Modul eingestellt und wird in allen Adobe Anwendungen per Farbmanagement eingebunden.

Die Priorität stellt ein, wie Illustrator mit Farbpositionen außerhalb der Reichweite des Dokumentes umgehen soll.

Perzeptiv: Diese Option eignet sich, wenn viele Farben außerhalb des Zielfarbraumes sind.

Sättigung: Die Sättigung der Farben bleibt mit dieser Option erhalten, jedoch können sich die Farbtöne leicht verändern.

Relativ farbmetrisch: Diese Option lässt Farben, die innerhalb des Zielfarbumfangs liegen, unverändert. Mit dieser Methode können zwei ursprünglich unterschiedliche Farben im Zielfarbraum derselben Farbe zugeordnet werden. Bezugspunkt ist dabei der Weißpunkt.

Absolut farbmetrisch: Die Anpassung der Weiß- und Schwarzpunkte beim Konvertieren von Farben wird deaktiviert. Diese Rendering-Methode wird im Allgemeinen nicht empfohlen, es sei denn, ich muss Signaturfarben beibehalten, wie sie in Marken oder Logos verwendet werden.

Somit eignet sich diese Methode nur für das Proofen. Ein Proof wird benötigt, um eine druckverbindliche Kontrollmöglichkeit (Seitenstand und -Farbe) vor dem Druck zu haben. Proofs sind nur für 4-Farb-Druck und einige wenige Sonderfarben möglich.
Tiefenkompensierung verwenden

Der Schwarzpunkt des Quellfarbraums wird auf den Schwarzpunkt des Zielfarbraums gerechnet. Habe ich das Häkchen gesetzt, so macht sich das gerade bei Illustrationen mit vielen dunklen Bereichen bemerkbar.

 

Farbprofile zuweisen

Sobald ich das Dokument im Illustrator-Format speichere und es ein entsprechendes Farbprofil enthält, so ist die Option ICC-Profil einbetten standardmäßig aktiviert. Ich kann dieses Häkchen natürlich auch entfernen, um kein Profil einzubetten.

 

Möchte ich der Datei ein Profil zuweisen oder ein vorhandenes Profil entfernen, so klicke ich im Menü auf Bearbeiten>Profil zuweisen und wähle die entsprechende Option.

 

Um schnell die Information zu erhalten, welches Farbprofil mein Dokument enthält, klicke ich unten in der Statusleiste auf Einblenden>Farbprofil des Dokuments.

 

Oder ich blende mir das Bedienfeld Dokumentinformationen ein.

Ein Tipp zum Schluss: Das Wechseln des Farbmodus sollte nur mit Bedacht ausgeführt werden, weil z.B. ein Wechsel von CMYK zu RGB und dann wieder zurück zu CMYK Farbabweichungen hervorrufen kann.

 

Vorhandene Farbprofile verwenden

Auf http://eci.org (European Color Initiative) befinden sich diverse kostenlose ICC-Profile für die farbrichtige Produktion zum Download wie beispielsweise das genormte ECI-RGB-Profil als empfohlener Arbeitsfarbraum für die Bildschirmanzeige. Der ECI-RGB-Farbraum zählt zu den standardisierten RGB-Farbräumen. Er wird von der ECI als Arbeitsfarbraum für die professionelle Bildbearbeitung empfohlen und deckt alle Druckverfahren sowie sämtliche verbreiteten Displaytechniken ab. Der ECI-RGB-Farbraum erfüllt damit die Ansprüche für einen farbrichtigen Druck. Das entsprechende ICC-Profil für die Einbindung in die Adobe Creative Suite bzw. für die Kalibrierung des Monitors kann von der ECI-Homepage kostenlos heruntergeladen werden.

 

Mit der rechten Maustaste kann ich die einzelnen Profile installieren.

 

Oder ich gehe direkt in der Systemsteuerung in die Farbverwaltung und füge es damit hinzu.

 

Dazu starte ich am besten Photoshop, weil mir darin noch mehr Optionen für die Farbeinstellung, die dann programmübergreifend ist, zur Verfügung stehen. Ich klicke dann auf Menü>Bearbeiten>Farbeinstellungen. Danach stelle ich den neuen Arbeitsfarbraum sowie alle weiteren Optionen ein:

 

Teilweise muss ich z. B. bei Grau und Vollton das Profil extra laden, weil es in der Liste nicht enthalten ist:

 

Zum Schluss noch auf den Button Speichern klicken und das neue Farbprofil speichern.

 

Die Datei wird dann im Ordner Settings abgelegt.

 

Jetzt noch schnell in die Bridge gehen, um das Profil für alle Programme zu synchronisieren:

 

Jetzt kann ich es in der Bridge für alle Programme synchronisieren.

 

Danach ist in InDesign, Photoshop und Illustrator die Farbeinstellung einheitlich aktviert:

Das Video zum Tutorial findest Du hier.

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