Adobe Illustrator – Grundlagen: Das Perspektivenraster-Werkzeug

Eine neue Funktion von Illustrator CS5 ist das Perspektivenraster-Werkzeug, das es mir ermöglicht, meine Zeichnungen an eine voreingestellte Ein-, Zwei-, oder auch Dreipunktperspektive anzupassen. So kann ich schnell eine Reihe von Bäumen entlang einer Straße positionieren, ohne Angst haben zu müssen, dass die Perspektive nicht eingehalten wird.

So sieht die Standardansicht des Perspektivenraster-Werkzeugs aus:


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Das Geniale dabei ist die Möglichkeit, alle meine Formwerkzeuge zu benutzen; Illustrator passt die Form dem Perspektivenraster-Werkzeug automatisch an. So habe ich die Möglichkeit, Objekte wie in 3D zu montieren. Jedoch darf man nicht vergessen, dass es nur den Anschein hat; es sind keine 3D-Objekte, sondern eben nur bessere Hilfslinien mit der Möglichkeit, meine Objekte korrekt in der Perspektive anzulegen. Dabei ist es mir überlassen, ob ich meine Formen vor oder nach dem Anlegen meines Perspektivenraster-Werkzeugs erstelle.

Auch ist es mir möglich, meine Objekte über einem Foto/einer Grafik zu erstellen. Und alles mithilfe des neuen Perspektivenraster-Werkzeugs. OK, genug der theoretischen Beschreibung. Los geht’s: Zuerst möchte ich kurz anhand eines Beispiels zeigen, was das Werkzeug nicht ist: Es ist kein 3D-Werkzeug wie das 3D-Extrudieren-Werkzeug, welches ich unter Menü>Effekte>3D>Extrudieren und abgeflachte Kante anwählen kann. Damit hätte ich ja die Möglichkeit, z. B. einen Würfel zu erstellen und diesen jederzeit zu drehen und seine Form zu ändern.

 

Früher hat man das meistens so gemacht, um Objekte mit korrekter Perspektive zu zeichnen: Man hat so viele Fluchtpunkte, wie man benötigt, mit Hilfslinien simuliert und anhand der Hilfslinien dann die Objekte erstellt. Kann man machen, ist aber alles ziemlich aufwendig. Und genau da hilft jetzt das neue Perspektivenraster-Werkzeug. Und so erstelle ich den Würfel schnell mit dem Perspektivenraster-Werkzeug: Zunächst wähle ich das neue Werkzeug aus (Umschalt+P oder Umschalt+V).

Besser, ich reiße die beiden Werkzeuge gleich aus der Werkzeugleiste. Unter Menü>Ansicht>Perspektivenraster kann ich jetzt auf die Vorgaben zurückgreifen und entweder die Ein-, Zwei-, oder auch Dreipunktperspektive aktivieren. In meinem Beispiel reicht die Zweipunkt-Perspektive völlig aus. Um das Perspektivenraster ein- oder auszublenden, klicke ich am schnellsten Strg+Umschalt+I.

 

Jetzt erstelle ich mein Objekt, und weil ich das Perspektivenauswahl-Werkzeug aktiviert habe, fügen sich die neuen Flächen auch wunderbar in die Fluchtpunktlinien ein.

 

Dabei kann ich im Widget, welches standardmäßig oben links eingeblendet wird (per Doppelklick im Werkzeug kann ich die Position ändern), …

 

… die Fläche aktivieren, die ich jetzt zum Konstruieren benötige. Einfacher geht es, wenn man die Ziffern benutzt:

1. Linkes Raster
2. Horizontales Raster
3. Rechtes Raster
4. Kein aktives Raster
5. Innerhalb des Rasters

Das Allerbeste ist aber, dass ich jetzt meinen Würfel auch weiter hinten kopieren kann, indem ich Fläche für Fläche mit der Alt-Taste verschiebe. Dabei muss ich den inneren Teil mit gedrückter 5 verschieben. Dabei muss ich eventuell im Ebenenbedienfeld die neuen Flächen nach unten schieben, weil neue Flächen meistens innerhalb der Ebenenhierarchie nach oben hin erstellt werden.

 

Ich kann auch auf meinen Flächen Text oder Grafiken perspektivisch korrekt positionieren. Dabei schreibe ich den Text und verschiebe diesen auf meine gewünschte Perspektive mit dem Perspektivenauswahl-Werkzeug.

 

So sieht jetzt der Text auf der gelben Rasterebene aus: Von der Perspektive her perfekt positioniert.

 

Per Doppelklick kann ich den Text jederzeit editieren, oder ich klicke in den Symbolen des Steuerungsbedienfeldes ganz oben, die bei aktiviertem perspektivischen Text erscheinen. Ich kann auch den Text verschieben und dann z. B. einfach die 1 drücken, um ihn an der blauen Rasterebene zu positionieren. Auch die Textfarbe kann ich per Doppelklick jederzeit ändern.

 

Und hier ein Beispiel, wie ich eine Illustration perspektivisch angeordnet habe. Einfach Logo laden und mit dem Perspektivenauswahl-Werkzeug anfassen und entsprechend auf der korrekten Raster-Ebene anordnen.

 

Achtung: Ändere ich meine Fluchtpunkte im Nachhinein, werden meine Objekte nicht automatisch angepasst. Ich muss dann alles manuell ausbessern. Darum möglichst gleich die Fluchtpunkte korrekt setzen, damit man sich nachher nicht zu viel Arbeit macht.

Raster definieren

Unter Menü>Ansicht>Perspektivenraster>Raster definieren kann ich mein Raster sehr genau einstellen und neue Vorgaben auch speichern.

 

Ganz interessant ist dabei die Möglichkeit, die Einheit zu definieren. Möchte ich nämlich ein reales Objekt erstellen, macht es sich sehr gut, auch mit echten Werten umzugehen. So kann ich Zentimeter, Zoll, Pixel und Punkt festlegen. Ein Sichtwinkel von 45° gibt an, dass die beiden Fluchtpunkte den gleichen Abstand von der Blickrichtung des Betrachters haben. Wenn der Sichtwinkel größer als 45° ist, ist der rechte Fluchtpunkt näher und der linke Fluchtpunkt weiter von der Blickrichtung entfernt und umgekehrt. Man muss sich das wie bei einer Straßenkreuzung vorstellen. Ist der Winkel größer als 45°, dann sehe ich mehr von der rechten Straßenkreuzung als von der linken. Der Sichtabstand ist der Abstand zwischen dem Betrachter und der Szene.

Illustrator kann pro Dokument nur ein Perspektivenraster darstellen. Möchte ich es verschieben, benutze ich dabei das Bodenebenen-Widget und kann dies dann zwischen den Zeichenflächen verschieben.

Im nächsten Beispiel möchte ich zeigen, wie ich einen Würfel mit einer Ein- und Dreipunktperspektive erstelle. Beispiel Einpunkt-Perspektive: Zunächst erstelle ich die Bodenplatte. Das geht am einfachsten mit gedrückter Alt+Shift-Taste. Jetzt kann ich mir das Raster entsprechend korrekt verschieben, damit ich dort dann gleich eine Wand des Würfels anlegen kann.

 

Erstellt werden die Flächen ganz normal über das Rechteck-Werkzeug.

 

Jetzt kann ich das Raster komplett mit gedrückter Alt+Shift-Taste verschieben. Dabei wird alles mit kopiert, was auf dem Raster liegt:

 

Das Gleiche mache ich mit dem unteren Raster und schiebe dieses mit gedrückter Alt-Taste nach oben:

 

Und so sieht jetzt mein Würfel aus, nachdem ich die Ebenen korrekt im Ebenenbedienfeld positioniert habe:

 

Beispiel Dreipunktperspektive:

 

Das Raster der Dreipunktperspektive sieht jetzt so aus:

 

Jetzt im Widget das Raster auswählen, worauf ich jetzt mit dem Rechteckwerkzeug eine Fläche erstelle. Diese färbe ich der Übersicht halber in eine deckende Farbe:

 

Jetzt wieder im Raster-Widget die Fläche auswählen und ein Rechteck erstellen. Ich färbe es in Blau um.

 

Und jetzt noch die letzte Seite des Würfels mit dem Rechteckwerkzeug bestücken und dann mit dem Ellipsewerkzeug ein paar Kreise einfügen. Wenn ich einen Kreis kopieren möchte, geht das mit gedrückter Alt-Taste am besten; dabei kann ich sogar die Rasterebene wechseln, indem ich die entsprechende Zahl drücke:

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